10 Puzzleteile für mehr Arbeitgeber-Attraktivität

70 Prozent der deutschen Arbeitnehmer sind im Energiespar-Modus. Sie geben an, lediglich Dienst nach Vorschrift abzuleisten. Das zeigt eine Gallup Umfrage aus dem Frühjahr dieses Jahres. Wer mit seinem Arbeitsplatz unzufrieden ist, denkt immer schneller auch über einen Wechsel nach. Doch nach welchen Kriterien werden Arbeitgeber bewertet? Was macht einen Arbeitgeber attraktiv oder sorgt für Frust?

Maria Gerono • 09.09.2015

Aufschluss gibt eine aktuelle Umfrage der Universität St. Gallen. Die Trendforscher haben versucht herauszufinden, welche Punkte ein Unternehmen erfüllen muss, um für seine Mitarbeiter attraktiv zu sein. Die Ergebnisse sind, wie wir finden, durchaus teilenswert.

Die 10 Bausteine eines attraktiven Unternehmens:

1. Keine Überforderung

Die Tätigkeiten der Mitarbeiter sollen zwar abwechslungsreich sein, aber nicht im Dauerzustand überfordern.

2. Balance aus produktiver und angenehmer Energie

Um ein ausgewogenes Verhältnis von produktiven und angenehmen Energien zu erreichen, müssen Mitarbeiter motiviert werden, sich zukunftsorientiert für ihr Unternehmen zu engagieren. Gleichzeitig muss es aber auch wieder Phasen geben, in denen die Zufriedenheit der Mitarbeiter aktiv gefördert wird. Leistung und Entspannung müssen ausgeglichen sein.

3. Spannungen vorbeugen

Mikropolitik und Grabenkämpfe innerhalb des Unternehmens sollen unterbunden werden. Essentiell ist eine aktive und transparente Informationspolitik, die von oben nach unten läuft. Sind die Mitarbeiter gut über Entwicklungen im Unternehmen informiert, fühlen sie sich stärker involviert.

4. Perspektive geben

Mitarbeiter brauchen eine klare, verbindliche und positive Zukunftsperspektive. Wenn die Planung und Vorstellungen der Geschäftsleitung transparent sind, wissen sie, auf welche Veränderungen sie sich einstellen müssen und welche persönlichen Chancen sich daraus ergeben.

5. Handlungsfreiräume

Mitarbeiter benötigen (im Rahmen der bestehenden Strukturen und Entscheidungsprozesse) ein Mindestmaß an Handlungs- und Entscheidungsfreiräumen, um selbstbestimmt arbeiten zu können. Sie sind eher bereit, unpopuläre Entscheidungen zu akzeptieren, wenn sie in anderen Bereichen Möglichkeiten zum Mitentscheiden sehen.

6. Internes Unternehmertum

Die Unternehmenskultur und insbesondere die Führungskräfte sollen ihre Mitarbeiter gezielt dazu ermutigen, den Status quo zu hinterfragen und eingefahrene Denkmuster aufzubrechen. Die Mitarbeiter sollen spüren, dass ihre Ideen geschätzt werden und dass deren Umsetzung geprüft wird. Die Mitarbeiter sollen regelmäßig über den Stand der von ihnen eingebrachten Vorschläge informiert werden.

7. Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Wenn Unternehmen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern, fühlen sich die Mitarbeiter als Mensch wahrgenommen. Sie können sich in anderen Bereichen persönlich weiterentwickeln und behalten eine gesunde Distanz zu ihrer Arbeit. Wichtig ist in dem Zusammenhang auch die Wahrung der Privatsphäre der Mitarbeiter, Stichwort Erreichbarkeit per Handy oder E-Mail.

8. Aktive Personalführung

Die Mitarbeitenden sollen emotional angesprochen und für die gemeinsamen Aufgaben begeistert werden. Führungskräfte sollen ihre Mitarbeiter befähigen und ermutigen, eigene Ideen zu entwickeln. Dabei sollen sie auch die Belastung der Mitarbeiter im Auge behalten.

9.Weiterbildungsangebot am Bedarf orientieren

Häufig gibt es eine Diskrepanz zwischen dem Angebot an Weiterbildungen und dem Wunsch der Mitarbeitenden. Sie wünschen sich neben rein fachlichen Schulungen auch die Möglichkeit, sich zwischenmenschliche Fertigkeiten anzueignen oder ein breiteres Kompetenzprofil aufzubauen. Damit sich die Investition für das Unternehmen wirklich lohnt, sollte vorab gezielt der Bedarf bestimmt werden.

10. Kritische Reflexion

Unternehmen sollen sich regelmäßig und kritisch hinterfragen, ob ihre Unternehmenswerte in der täglichen Arbeit gelebt werden. Und das weiß niemand besser als die eigenen Mitarbeiter. Fazit: Der Schlüssel zur innovativen Unternehmenskultur ist Kommunikation. Führungskräfte müssen im ständigen Dialog mit ihren Mitarbeitern stehen, ihre Fähigkeiten erkennen und fördern und ihre Arbeit wertschätzen. Dass das auf vielfältige Art und Weise möglich ist, zeigen ja auch schon eine Reihe von Firmen. Die vollständige Studie kann man übrigens hier anfordern.

Kategorie: Aktuelles

Schlagworte: Auf Augenhöhe , Mit Familie , Mit Flexibilität , Mit Perspektive