Ich bin die geborene Abenteurerin

Natalia Komis ist eine von zwei Community Captains des ersten Co-Working Segel-Katamarans der Welt. Was genau das ist und wo die Segel gehisst werden, erzählt sie uns in einem kurzen Interview.

Anja Dehghan • 01.10.2015

Was ist die Idee des Coboats?

Das Coboat ist ein 24 Meter langer umgerüsteter Segel-Katamaran und schwimmender Co-Working Space. Er umsegelt die Welt und erforscht unbekannte Gewässer. Für 20 digitale Nomaden wird das Coboat gleichzeitig Zuhause und Arbeitsplatz sein, wenn wir alle gemeinsam zu einem Seefahrer Abenteuer aufbrechen um Leben, Arbeit und Vergnügen miteinander zu verbinden. Wir greifen auf grüne nachhaltige Lösungen zurück, unsere Wasser- und Stromversorgung wird vollständig solarbetrieben und durch Windkraft erzeugt. Auf dem Coboat schaffen wir mithilfe neuester Kommunikationstechnologien das vorher Undenkbare: eine kostenlose High Speed Internetverbindung auf dem Meer.

Wie hat das Ganze angefangen?

Die Idee für das Coboat entstand an der Küste von Thailand. Die zwei Digitalnomaden Karsten Knorr und Tommy Westlin kamen ins KoHub in Koh Lanta. Das ist ein Co-Working Space, den James Abbott gegründet hatte.

 

Im März dieses Jahres saßen die drei dann bei ein paar Flaschen Bier am Strand und sprachen darüber, wie man Arbeiten und Segeln miteinander verbinden könnte. Bis zum April entwickelten sie ihre Idee dann weiter und launchten eine Website. So entstand das Coboat. Gerald, der vierte im Boot kam im Mai dazu und im Juni haben sie dann begonnen Early Bird Tickets zu verkaufen. Ich bin im September als Community Captain dazugekommen, zusammen mit meiner Kollegin Suzanne. Das Ganze ist schon ziemlich aufregend und hat etwas sehr Abenteuerliches.

Wer kann mitfahren und auf dem Boot leben und arbeiten?

Eigentlich jeder, der mal einen Tapetenwechsel braucht und einen frischen Blick auf sein Leben und seine Karriere sucht. In erster Linie sind das natürlich digitale Nomaden, Unternehmer, Startups und Kreative, die auf dem Coboat alles einmal aus einer anderen Perspektive betrachten, nämlich vom Meer aus.

 

 
Was bietet das Coboat seinen Bewohnern?

Wir sind ein Ort zum Leben, Arbeiten und Spaß haben und natürlich um Menschen zu treffen, die ähnlich ticken, wie man selbst. Man lernt sich kennen, kommt ins Gespräch, lernt voneinander und arbeitet zusammen entweder an bereits bestehenden Projekten oder es entstehen neue Ideen.

Wir wollen zukünftig Workshops anbieten, aber auch Keynotes und Veranstaltungen um Fähigkeiten auszutauschen und Projekte zu realisieren. Die Zusammenarbeit erfolgt dabei nicht immer nur auf dem Meer sondern auch an Land, um so gesellschaftliche Entwicklung und Nachhaltigkeit weltweit zu unterstützen, indem wir Gemeinschaften stärken. Wir ermutigen unsere Passagiere Dinge zu riskieren, über den Tellerrand zu blicken und so vielleicht entscheidende Lösungen für die größten Probleme der Welt zu entwickeln.

 
Was hast du gemacht, bevor du Teil der Coboat Crew wurdest?

Ich bin die geborene Abenteurerin. Das Reisen und der Aufbau von kreativen Unternehmen mit gesellschaftlichem Nutzen sind meine Berufung. Ich habe schon verschiedene Unternehmen gegründet. Mit I am sociable helfen wir Kreativen ihr Business voranzutreiben und bieten Unterstützung im Bereich Marketing.

Mit I am Adventures schicken wir Künstler, Unternehmer und gesellschaftliche Umdenker auf kreative Abenteuereisen. Ich habe eine besondere Leidenschaft für Nepal und betreue einige Projekte mit social entrepreneurs dort. Außerdem bin ich Mitglied der Impact Marathon Series, die dort einen Marathon organisiert. Zum Coboat bin ich gestoßen, als ich gerade mal wieder überlegt habe, was für ein tolles Projekt ich als nächstes unterstützen könnte.

 
Wie würdest du einen normalen Arbeitstag beschreiben?

Momentan sind wir alle an unterschiedlichen Orten bevor wir im November gemeinsam in Phuket das Boot besteigen. Also arbeite ich hauptsächlich am Computer, per Slack, um alles vorzubereiten und uns mit unseren Partnern abzustimmen, damit wir unseren Passagieren ein einmaliges Erlebnis bieten können, wenn sie an Bord gehen. Im Allgemeinen wache ich morgens auf und schreibe meine Morgenseiten. (Anm. d. Red.: Das ist eine kreative Methode den Tag zu beginnen. Man schreibt direkt nach dem Aufwachen drei Seiten lang Dinge auf, die einem so einfallen. Genaueres dazu gibt es hier. Dann plane ich meinen Tag und checke meine Wunderlist um zu sehen, was sonst noch so ansteht. Dann beginnt die Zusammenarbeit und Kommunikation mit den anderen, hauptsächlich mithilfe unserer Computer. Es ist unglaublich was die Technologie alles möglich macht heutzutage.

Wenn wir einmal auf dem Boot sind, werden unsere Arbeitstage sicherlich ganz anders aussehen und noch mehr Spaß machen.

Was bedeutet “Neues Arbeiten” für dich?

Ich weiß nicht genau, wofür “Neues Arbeiten” im Allgemeinen steht, aber für mich bedeutet es, etwas zu tun, dass mir so viel Spaß macht, dass es eigentlich völlig egal ist, dass es sich dabei um Arbeit handelt. Es geht darum, seine Leidenschaft zu leben und alles andere ergibt sich dann von selbst.

Kannst du einen Traumjob beschreiben?

Den lebe ich bereits!

Vielen Dank Natalia!

 

 

Infos zum Coboat gibt es hier: https://www.coboat.org

Kategorie: Interviews

Schlagworte: Mit Flexibilität